Volksbegehren Artenschutz

Volksbegehren Artenschutz "Rettet die Bienen":

Richtige Ziele, falsche Maßnahmen!

    

     Was sich erst mal sinnvoll anhört, ist bei genauer Betrachtungsweise für die heimische Landwirtschaft äußerst nachteilig, sowohl für konventionelle, als auch für biologisch wirtschafttende Betriebe. Nicht umsonst unterstützen etliche Bioverbände das Volksbegehren nicht, genauso wenig wie der Landesnaturschutzverband, die Imker, Obstbauern, Winzer, Kirchen etc.

Wenn Sie den Gesetzentwurf gelesen haben, dann denken Sie wahrscheinlich zunächst, dass es doch gut sein muss, wenn in Naturschutz-, Landschafts- , FFH- und Vogelschutzgebieten weder Pflanzenschutzmittel noch Biozide mehr eingesetzt werden dürfen und dass auf der gesamten anderen Fläche deren Einsatz um die Hälfte reduziert werden soll. Außerdem wäre es doch o.k., wenn der Ökolandbau ausgebaut wird.

Durch so ein radikales Vorgehen würden jedoch sämtliche mühsam aufgebauten Märkte für ökologische Produkte und Direktvermarkter komplett einbrechen und bereits existierende wie auch zwangsweise umgestellte Betriebe in massivste betriebliche und wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen.

Pflanzen müssen, da sie Nahrungsgrundlage sind, gesund erhalten werden. Wein-, Obst- Gemüse- und Ackerbau ist darum sowohl im konventionellen, als auch im biologischen Landbau auf Pflanzenschutz angewiesen. Hierbei wird schon jetzt der Grundsatz des integrierten Pflanzenschutzes praktiziert: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich.

Nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage wäre auch der biologische Landbau durch einen massiven Preisverfall betroffen. Der regionale Biomarkt steht durch ein Bio-Überangebot auf dem Spiel. Alle anderen Ausfälle in der Produktion werden durch Lieferungen aus dem Ausland, wo mit geringeren Standards produziert wird, leicht aufgefangen. Wollen wir, wollen Sie das?

Wir, die Produzenten Ihrer Nahrung bekennen uns zum Artenschutz. Wir sind mehr als alle anderen darauf angewiesen, mit der Natur zu arbeiten und sie zu schützen. Wir sind bereits durch eine Vielzahl von Maßnahmen und Strategien (Bsp. Blühflächen, Ackerbaustrategie, Reduktionsstrategie, marktorientiertem Ausbau des Ökolandbaus, Anbaudiversifizierung etc.) auf einem guten und erfolgreichen Weg zu mehr Insekten- und Artenschutz. Mit dem Volksbegehren wird dieser Weg jäh unterbrochen und die heimische Landwirtschaft nahezu unmöglich gemacht. Die vorliegenden Gesetzesänderungen würden die Bewirtschaftung der Flächen so sehr einschränken, dass sich letztlich dabei auch das ganze Landschaftsbild und die Kulturlandschaft nachhaltig ändern würde.

     Befragen Sie örtliche Landwirte nach den Folgen für ihre Betriebe und fragen sich selbst: Möchte ich auch künftig noch Produkte aus der Region kaufen?